Frauensonntag

Frauensonntag - Die Geschichte eines liturgischen Aufbruchs

Heute sind viele Frauen in der Kirche. Was ist daran außergewöhnlich? Nichts – und doch... Sie stehen im Altarraum, tragen die Lesungen vor, zwei Frauen predigen im Dialog. Heute wird nicht der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Jesu Christi besungen, sondern der Gott Sarahs, Rebekkas, Leahs und Rachels, der Gott des Sohnes der Maria.

Es ist der gleiche Gott, nur aus einem anderen Blickwinkel angesprochen. In den Gebeten werden an Lebenszusammenhänge und Leiden von Frauen gedacht. Die Sinne werden angesprochen durch Blumen, bunte Tücher und duftendes Öl, mit dem die Gottesdienstteilnehmer/innen einander segnen. Die Kollekte ist für ein Frauenprojekt bestimmt. Frauen, Männer und Kinder feiern begeistert mit. Die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes liegt heute in Frauenhand, sie haben auch das Eucharistiegebet ausgesucht, das der Priester oder die Priesterin betet. Denn es ist der 5. Sonntag in der Osterzeit. Es ist Frauensonntag.

 

 

"Lachen oder Weinen wird gesegnet sein - fürchte dich nicht"

Einladung zum baf-Frauensonntag am 24. April 2016

Lachen oder Weinen – das sind starke Gefühle die sich darin ausdrücken!

Beides gehört zu unserem Leben – das Leichte, Helle und Frohe, das wir alle wahrscheinlich besonders lieben, ebenso wie das Schwere, Traurige und Dunkel, das wir manchmal gerne vermeiden würden, weil es nicht immer leicht auszuhalten ist.

Wenn wir allerdings versuchen, das Schmerzliche aus unserem Leben immer mehr zu verbannen und die Traurigkeit nicht zu fühlen, zahlen wir dafür einen hohen Preis. Unser Herz verhärtet sich, wird schwer und unser Gefühlsleben als ganzes wird immer unlebendiger und wir können auch das Frohe, Schöne, Leichte nicht mehr tief und lebendig spüren und genießen.

Der Schmerz, den wir erleben, wenn wir von Geliebtem Abschied nehmen, kann sehr groß, überwältigend und bedrückend sein und große Ängste auslösen. Doch indem wir ihn durch-leben, wird das Herz wieder weich, zart und lebendig und die Freude und das Lachen kann zurückkehren. Dies in Gemeinschaft zu tun und zu teilen ist uns nicht sehr vertraut.

Gleichzeitig bietet unser Gottesdienst eine wunderbare Möglichkeit, das miteinander wieder mehr zu erleben.

Diese Auferstehungserfahrung wollen wir mit Ihnen gemeinsam feiern und laden Sie herzlich dazu ein!

Unsere Vorlage, die wir Anfang März an die Frauengruppen, Einzelmitgliedsfrauen und Pfarrerinnen und Pfarrer verschickt haben, bietet dazu Anregungen.

 

Wir freuen uns, wenn Frauen in den Gemeinden Verantwortung für den Gottesdienst zu übernehmen bereit sind und sich so mit ihrer Präsenz, ihren Begabungen, ihrer Sprache und Sichtweise einbringen.  Der Frauensonntag bietet die Gelegenheit, im Gottesdienst Themen aus der Sicht von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und ganzheitliche Impulse im Gemeindegottesdienst zu setzen.

 

Ganzheitliche Impulse gehen insbesondere davon aus, dass auf den achtsamen Gebrauch von Sprache geachtet wird. Wichtig dabei ist uns, dass die  Gemeinschaft von Männern, Frauen und Kindern sowie Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen durch den Gebrauch einer sensiblen, inklusiven Sprache angemessenen Ausdruck findet. Darum haben wir uns in unserer Vorlage bemüht, in Liedern, Gebeten, Texten und Übertragungen auf eine einseitige Festlegung Gottes auf männliche Bilder zu vermeiden.

 

Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.

 

Wir freuen uns, wenn Sie uns ihre Erfahrungen zum Frauensonntagsgottesdienst rückmelden wollen.

 

Wir wünschen uns und ihnen einen erfahrungsreichen, lebendigen Gottesdienst am 24. April 2016.

 

(Die Vorlage kann auf Wunsch über die Pfarrämter oder bei Benedikta Klein - klein@baf-im-netz.de -abgerufen werden)

 

 

  

 

 

Heidi Herborns humorvoller Artikel zur Verlegung des Frauensonntags auf den 5. Sonntag in der Osterzeit: Ein Traum und ein neuer Termin

 

 

Frauen und Liturgie – das ist ein weithin unaufgearbeitetes Thema in allen kirchlichen Traditionen. Lesen Sie hierzu den Artikel von Angela Berlis: Frauensonntag – die Geschichte eines liturgischen Aufbruchs...

 

 

 

Warum feiern wir den „Frauensonntag“?

Überlegungen zum baf-Frauensonntag am 10. Mai 2009 von Mariette Kraus-Vobbe

Für baf-Frauengruppen oder auch Frauen, die sich spontan zusammenfinden, um den „Frauensonntag“ zu gestalten, ist dies zum einen eine Gelegenheit, Verantwortung für das liturgische und pastorale Leben in der Gemeinde zu übernehmen. Zum anderen bietet dieser Sonntag auch die Möglichkeit, spezifische Frauenthemen im Gottesdienst zur Sprache zu bringen. Mit dieser Feier, die am selben Tag im ganzen Bistum begonnen wird, erfahren wir ein Stück Solidarität und Verbundenheit mit unseren Schwestern und Brüdern. Im Gottesdienst des Frauensonntags sind daher kreative Elemente und besondere Bausteine nicht nur geduldet, sondern auch bei der Auswahl von Lesungstexten und Liedern, sowie der Gestaltung von Predigt, Fürbitten, eingefügten szenischen oder getanzten Elementen erwünscht.

Ein besonderes Augenmerk kann dabei vor allem auf der Verbindung von überlieferten biblischen Texten und Erzählungen mit der Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern heute sein. Der Frauensonntag bietet überdies die Möglichkeit, einmal als Frauengruppe in der Gemeinde sichtbar und wahrgenommen zu werden. Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.

In diesem Jahr geht es in der Vorlage zum Gottesdienst um die Stärken von Frauengestalten in der Bibel und um unsere eigenen Stärken. Daher lautet das vorgeschlagene Thema: “Frauenstärken trauen.”

Der Titel wirkt vielleicht zunächst etwas provokativ. „Frau“ und Stärke“ wurden in unserer christlich-abendländischen Tradition jahrhundertelang eher als Widerspruch gesehen. Das Klischee vom sanften und fügsamen „schwachen Geschlecht“ ging oft an der Lebensrealität vieler Frauen vorbei, deren Schwäche lediglich aus ihrer gesellschaftlichen Position resultierte, wogegen sie ihr Leben durchaus mit Stärke meisterten.

Der Leitfaden zum Frauensonntag als PDF-Download

 

 

Latest post

Latest post